Vagneriga

Rigaer Stadttheater

Geschichte

Das Rigische Stadttheater wurde am 15. September 1782 eröffnet. Im Auftrag von Baron von Vietinghoff entwarf der Architekt Christoph Haberland den ersten eigenständigen Theaterbau Rigas. Das klassizistische Haus stand zwischen der ehemaligen Stadtmauer (später Wallstraße / Vaļņu iela) und der heutigen Richard-Wagner-Straße direkt am Wall. Aus einer bestehenden Speicherhalle entstand der Zuschauerraum; im Neubau wurden Eingang und Gesellschaftsräume untergebracht. Über drei Jahrhunderte hinweg prägte das Haus bedeutende Momente des Theater- und Musiklebens in Riga.

Geschichte

Artikel

Zuschauerraum und Kulturleben

Der Konzertsaal hatte drei Ebenen inklusive Balkon und Galerie. Die genaue Sitzplatzanzahl ist nicht überliefert; Quellen sprechen von etwa 500–600 Plätzen. Richard Wagner, der von 1837 bis 1839 in Riga dirigierte, lobte die ansteigende Bestuhlung, das tiefe Orchestergraben und das halbdunkle Parkett—Prinzipien, die er später beim Bayreuther Festspielhaus umsetzte. Damit übte das Rigische Wagner-Theater spürbaren Einfluss auf Theaterarchitektur des 19. und 20. Jahrhunderts aus.

Fast ein Jahrhundert lang war das Haus mit Drama-, Opern- und Ballettensembles ein Zentrum des Rigischen Kulturlebens. In der ersten Spielzeit 1782/83 hatte das Theater 120 Abonnenten; der Zugang war einer gehobenen Öffentlichkeit vorbehalten. Schon früh hielt das Repertoire Schritt mit führenden europäischen, besonders deutschen Theatern, und zahlreiche Virtuosen gastierten hier. Ein echter Aufschwung der Oper begann nach Umbauten Mitte der 1830er Jahre, als der junge Richard Wagner von 1837 bis 1839 als Dirigent wirkte.

Die Aufführungen im Haus endeten 1863 mit der Eröffnung des heutigen Nationaloperenhauses. Der alte Zuschauerraum wurde mehrfach umgebaut und überbaut und ist nicht erhalten. 1988 wurde das obere Stockwerk—wo vor dem Zweiten Weltkrieg die deutsche Gesellschaft „Musse“ tagte—restauriert und der Ballsaal für Kammermusikkonzerte eingerichtet.

Von 1988 bis 2007 war das historische Haus als „Wagnersaal“ bekannt, mit Konzertsaal im Obergeschoss. 2007 mussten die Konzerte wegen des schlechter werdenden technischen Zustands enden.

Ziel der Gesellschaft ist es, diesen Ursprungsort der europäischen Kulturgeschichte wiederherzustellen.