Überblick
Über das Projekt
Das Haus ist als funktionsgetriebene Architektur konzipiert: Bühne und Zuschauerraum, Erschließung, Raum und Akustik bilden eine Einheit. Genau diese funktionale Logik wiederherzustellen steht im Mittelpunkt des Projekts — das Gebäude zurückzuführen auf seine Rolle als Ort für Aufführung und gemeinsames kulturelles Erlebnis.

Vision
Unser Ziel nach der Wiederherstellung des Wagner-Theaterhauses ist, es mit neuem, zeitgemäßem Inhalt zu füllen.
Wagners Ziel war die gleichwertige Vereinigung aller Künste. Die strukturellen Voraussetzungen dafür erarbeitete er in seiner Rigaer Zeit; man kann annehmen, dass Riga der Ausgangspunkt für den umfassenden Ansatz war, der seinem Werk eigen ist.
Unter der Flagge „GesamtkunstWerk 21“ wird das Gebäude vielfältigen Nutzungen und sehr unterschiedlichen Kombinationen dienen.
Neben Theateraufführungen, Konzerten und dem Wagner-Museum wird das Haus zu „GesamtkunstWerk 21“ – einem Inkubator für im 21. Jahrhundert gemeinsam geschaffene Kunstwerke. Klassische Künstler werden mit kreativen Menschen aus vielen Bereichen in dieser „Fabrik“ (Werk) zusammenarbeiten, um völlig Neues zu schaffen. So – ganz im Geiste Wagners – entsteht jedes Jahr ein neues Gemeinschaftswerk.
Es werden Meisterkurse in Musik und anderen Künsten angeboten. International anerkannte Meister werden Teilnehmer aus Europa und der ganzen Welt unterrichten. Die Teilnehmer können in einem Gebäude leben und arbeiten, das der von der deutschen Regierung unterstützten Villa Massimo in Mailand vergleichbar ist.
Die Wiedergeburt des Rigas Deutschen Theaters wird zum Symbol europäischer Kultur- und Politikgeschichte werden, Menschen verbinden und versöhnen; sie wird als Leuchtfeuer in Nordosteuropa dienen.
Kulturelle Veranstaltungen
Zu Wagners Zeit wurden im Theater vor allem drei Gattungen gespielt: Oper (einschließlich komischer Oper und Operette), Schauspiel und Ballett, dazu gelegentlich kleine Konzerte. Nach der Wiederherstellung des Wagnersaals wird das Haus ein vielfältiges Kulturprogramm aufnehmen können.
- kleine Formen des Musiktheaters (z. B. Kurt Weill, Bertolt Brecht und ähnliche musikalische Theaterstücke, Musicals, experimentelle Musiktheaterformen, Operetten, frühe Oper aus Barock und Renaissance);
- theatralisierte Konzerte (in Rigas kleinen Konzertsälen fehlen heute Bühnenmöglichkeiten für szenische Umsetzung);
- kleine Formen des Sprechtheaters (vom Monolog bis zur Pantomime);
- Kammermusik-Konzerte, besonders Alte Musik, der der historische Saal besondere Atmosphäre verleiht;
- der Saal kann auch für Proben verschiedener Ensembles genutzt werden.



Gebäudesanierung
Das Projekt fußt auf vier Elementen: das sanierte Gebäude selbst, der barocke Konzertsaal und der festliche Saal des 19. Jahrhunderts, das Musikerlebnis sowie Museum oder Ausstellung. Erst das Ganze bildet ein markenstiftendes, starkes kulturelles Angebot. So kann das wiederhergestellte Wagner-Haus mit Museen und Konzertsälen in Lettland, den nordischen Ländern und Europa mithalten, das Angebot für Einwohner und Gäste bereichern und die Investition in die Sanierung rechtfertigen.
Museum oder Ausstellung sind Medium, um die Bedeutung der gesamten Sanierung zu vermitteln. Sie verbinden das historische Gebäude, Wagners Person, das Musikleben Rigas und Barocheuropas mit einem kulturhistorisch interessierten Publikum. Sie bringen Quellen dieser Epoche – Objekte und/oder Dokumente aus lettischen Museen und Bibliotheken – in Umlauf, die bisher nicht oder nicht dauerhaft gezeigt wurden.
Baulicher Zustand


Der technische Zustand des Gebäudes ist unbefriedigend: Setzungen der Fundamente haben Risse in den Wänden verursacht; Fundamentverstärkung, Instandsetzung der Deckenkonstruktionen, Erneuerung der technischen Anlagen, vollständige kosmetische Instandsetzung und Restaurierung historischer Elemente sind erforderlich.
Die Wiederherstellung des Wagnersaals brächte wesentliche Vorteile: mehr Vielfalt und Zugänglichkeit im Kulturleben Lettlands, ein stärkeres Bild Rigas und Lettlands als ostmitteleuropäisches Kulturzentrum und die Verbindung zu Richard Wagner sowie Einnahmequellen, die langfristig die Investitionen refinanzieren und das Projekt tragen können.
Wichtigste Vorteile:
- Wiederherstellung des einzigen akustisch geeigneten Kammermusiksaals in Riga;
- Erhalt und Modernisierung eines architektonisch bedeutenden Gebäudes und öffentliche Zugänglichkeit des Kulturdenkmals;
- die Möglichkeit, führenden lettischen Kultureinrichtungen – Kremerata Baltica, Staatsakademischem Chor „Latvija“ und Latvijas Koncerti – zu günstigen kommerziellen Bedingungen Räume zu geben;
- die Möglichkeit eines Richard-Wagner-Museums im Gebäude;
- die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit europäischen Wagner-Gesellschaften.


Pläne und Schnitte
Skizzen zum Umbau des Wagner-Hauses vom Büro Zaiga Gaile.
Autoren: Architektin Zaiga Gaile, Architekt Philip Peeters









